Berlin

Berlin besucht Bettina Spoerri immer wieder – und sie hat zwei Mal längere Zeit in der Stadt gelebt: 1989/90, als sie an der FU studierte und den Fall der Mauer miterlebte, und wieder viel später, 2011/12, als sie ein halbjähriges Kulturkritik-Stipendium von der Landis & Gyr Stiftung erhielt.

 

In Berlin ist auch eine Szene aus dem ersten Roman Konzert für die Unerschrockenen von Bettina Spoerri angesiedelt. Anna, die Protagonistin, geht durch das Stelenfeld, das Denkmal für die ermordeten Juden Europas. Lesen Sie Seite 420ff. in Konzert für die Unerschrockenen. Hier ein kurzer Ausschnitt:

 

Ich gehe weiter in das wogende Feld hinein. Jetzt höre ich den Lärm von den Strassen her nicht mehr, nur noch meine eigenen Schritte, das Kratzen einzelner Steine, wenn sie von den Schuhsohlen mitgeschleppt werden. Ich blicke geradeaus, dann wieder jeweils in die Quergänge hinein, die sich in Grau verlieren, scheinbar ohne Anfang und Ende. Das grosse Raster, in seinen Dimensionen nur aus der Luft zu überblicken, ist auch ein Friedhof: Jeder Stein ein Grabstein über einem Massengrab, stumm, ohne Namen, ohne Erklärungen.

 

 

 

Bilder: ©opyright by Miklós Klaus Rózsa | photoscene.ch

 


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